Hat der Angler und Fischer wirklich Schuld am Verschwinden des Zanders?
Eine andere Perspektive auf die Geschichte
In der Debatte um das Verschwinden des Zanders aus unseren Gewässern werden Angler und Fischer oft als die Schuldigen ausgemacht.
Doch stimmt diese Darstellung so einfach?
In diesem Blogbeitrag möchte ich eine andere Perspektive auf die Geschichte werfen und dazu aufrufen, die Situation differenzierter zu betrachten.
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Zunächst ist es wichtig, die historische Entwicklung des Zanderbestands zu beleuchten. Fakt ist, dass der Zander in den 40er, 50er, 60er und 70er Jahren in unseren Gewässern kaum eine Rolle spielte (Berichte Vater 3 Generation Fischer). Erst danach nahm sein Bestand plötzlich und deutlich zu, was zu einer lohnenden Fangquote für die Berufsfischerei führte.
Aus den Erzählungen der alten Fischer und meiner eigenen Erfahrung (4 Generation Fischer) als Angler und Fischer kann ich berichten, dass in der besten Zeit des Zanderfangs hunderte von Kuttern in den Bodden unterwegs waren. Und dennoch war der Zander auch nach meinem Ausscheiden aus der aktiven Fischerei weiterhin präsent, die Anzahl der Kutter war bereits stark dezimiert war. (Dänholm noch 1, Stahbrode noch 1)
Erst Jahre später begann der Zanderbestand plötzlich zu schwinden. Und zwar genauso schnell wie er damals kam. Es ist wichtig zu beachten, dass die Fangmengen der Freizeitangler niemals mit denen der Berufsfischerei vergleichbar waren.
Wenn also die Kutter schon lange verschwunden waren, bevor der Zander zurückging, wie kann man dann die Fischer als alleinigen Verursacher verantwortlich machen?
Die Schuldzuweisung an die Angler als letzte verbliebene Gruppe erscheint ebenfalls fragwürdig. Da die Fangmengen lächerlich klingen im Vergleich der jahrelangen Fanmengen der Fischer, die nun ja nicht mehr da waren.
Anstatt vorschnell Schuldige zu suchen, sollten wir uns lieber auf die Suche nach den tieferen Ursachen für den Rückgang des Zanderbestands konzentrieren.
Möglicherweise spielen dabei komplexe ökologische Faktoren wie Umweltverschmutzung, Robben, Kormoran, der normale Weltgeschichtliche Klimawandel oder Veränderungen im Nahrungsangebot eine Rolle.
Anstatt uns gegenseitig die Schuld zu geben, sollten wir zusammenarbeiten und die Expertise der alten Fischer und Angler nutzen, um die Situation zu verstehen und Lösungen zu finden.
Lasst uns miteinander ins Gespräch kommen, forschen und gemeinsam nach Antworten suchen.
Nur so können wir den Zanderbeständen in unseren Gewässern zu einer gesunden Zukunft verhelfen.
Danke für eure Aufmerksamkeit!
Euer Mario das 2.Ma in Ma.Ma.